Die Mentalität der Mallorquiner


Kontakte im Ausland zu knüpfen stellt für viele ein Problem dar. Sprachbarrieren, Mentalitätsunterschiede sowie persönliche Zurückhaltung sind ein Grund dafür, warum man mit den Einheimischen nicht wirklich warm wird. Aus diesem Grund bleiben viele Touristen und auch Auswanderer lieber unter sich. Mallorquiner gelten als gesellig und offen, Berührungsängste sind ihnen fremd. Sie tragen ihr Schicksal wie es kommt und tragen es mit grandeza („Grösse und Würde“). Dass bestimmte Gruppen von Touristen ihnen nicht immer lieb sind, darf man ihnen nicht zur Last legen, da das Verhalten einiger Touristen oftmals rüpelhaft oder dem jeweiligen Ort unangemessen ist (gröhlen und grabschen in Bars, in Strandklamotten in Kirchen gehen etc…)

Wenn man mit Mallorquinern in Kontakt kommen möchte, so kann man dies am besten in den kleinen Bars tun, Hier redet jeder mit jedem, über Gott und die Welt, das (schöne) Wetter, Real Mallorca oder andere Dinge. Sprachkenntnisse vorausgesetzt, können Sie so schnell Kontakte knüpfen. Wer bereits zu Hause ein wenig spanisch, oder besser noch mallorquin, gelernt hat, ist klar im Vorteil. Wenn sie auf Mallorca etwas erreichen möchten, sind Kontakte unabdingbar. Wie auch in anderen Ländern erkennt man die wichtigen Leute an Schlips und Kragen, also einem seriösen Auftreten.

Das „Usted – Sie“ ist den Mallorquinern eher fremd, das „Du“ ist im täglichen Alltag vorherrschend. Anders ist es bei höheren Personen, in der Bank z.B. sollten Sie den Direktor nicht gleich mit „Hola Pepe“ ansprechen. Nach einiger Zeit wird aber auch, sofern die Chemie stimmt, oftmals zum Du übergegangen. Ein Wechsel vom Sie zum Du erfolgt ohne viel Tamtam und hat auch über den Abend hinaus Bestand. Ein Mallorquiner, der Sie auch nach mehreren Treffen noch siezt, legt meistens wenig Wert auf Ihre Gesellschaft.

Der Typische Tagesablauf eines Mallorquiners

Stress und Hektik wie in Deutschland findet man auf Mallorca kaum. Hier läuft alles etwas gemächlicher ab. Die Arbeits- und Ruhezeiten richten sich dabei stark nach dem vorherrschenden Klima. Vor der Arbeit geht ein Mallorquiner erst mal in die Bar, trinkt einen Kaffee und liest die Tageszeitung. Oder er unterhält sich mit Freunden und Bekannten. Danach geht es ins Büro. Bis gegen 12 Uhr werden anstehende Arbeiten erledigt, dann ist Zeit für eine kleine Mahlzeit, z.B. in einer Bar. Diese Pause dauert aber meistens nur kurz an. Ab etwa 14.00h beginnt die Siesta (mittägliche Ruhepause), die etwa 2-3 Stunden andauert. In dieser Zeit ist es auf Mallorca am heißesten, und man hält sich vorzugsweise im Schatten auf (Touristen sollten das übrigens auch tun…) Nach der Siesta wird die Arbeit fortgesetzt, bis dann gegen 19 Uhr der Feierabend beginnt. Wo es dann hingeht, können Sie sich schon denken, oder? Man trifft sich in der Bar und unterhält sich 1-2 Stündchen entspannt mit Freunden oder Kollegen, bevor es nach Hause zum Abendessen geht, welches sich oft über den gesamten Abend hinstreckt.

Bild von TheGirlsNY